Aus der Sammlung
von
Barbara
Schmid-Heidenhain
und
Gabriele
Heidenreich

"TingaTinga"- Bilder

Diese Galerie präsentiert Bilder, die in den Jahren 1975 - 1990 von Nachfolgern des Begründers dieser Malrichtung (Eduardo Saidi Tingatinga) gemalt wurden.

Die naive, sehr farbenfreudige Tingatinga-Malerei, die sich gegen Ende der 60er Jahre in Tansanias Haupstadt Dar es Salaam entwickelte, betont die Konturen und setzt die Farben kontrastreich nebeneinander. Als Motive werden vor allem bevorzugt: die Tierwelt Tansanias (wie Elefant, Leopard, Büffel, Giraffe, Antilope und verschiedenerlei Vögel), Menschen in ihrem dörflichen Alltag, Szenen mit traditionellen Heilern nebst ihren „Zaubermitteln“ und die fantasiereiche Darstellung von Geistwesen. Weitere Kennzeichen waren ursprünglich die quadratische Form (60 x 60 cm) und die Verwendung von Hartfaserplatten - dies trifft auf die Bilder dieser Sammlung noch zu. In neuerer Zeit werden verschiedene Formate und Leinwand benutzt, und eine Reihe von Malern hat sich auch sozialkritischen Themen wie Aids oder Korruption zugewandt.

Einige Bilder der Galerie, insbesondere die Geister- und Heilermotive, scheinen Geschichten zu erzählen. Die lokalen traditionellen Heiler werden mit ihrem typischen Instrumentarium dargestellt: Kalebassen für die Medizin, Amulette, Tierhörner für magische Substanzen. Die Behandlungsmethoden und Erfolge werden zuweilen nicht unkritisch kommentiert und mit der Schulmedizin konfrontiert.
Unter den Geistwesen gibt es gute und böse. Häufig bewohnen sie Baobab-Bäume. Ihre Gestalt wächst aus der Fantasie der Maler, die ihren Körper teils menschlich, teils tierisch ausstatten. Welche Geschichten dahinterstecken - das haben die Maler selbst erzählt.

(Texte bei den Bildern )


Kontakt: schmidhdb@aol.com

Weitere Bilder aus den frühen Jahren der Tingatinga-Malerei in:
www.editionpamoja.de

editionpajoma

Links
www.tingatinga.org
www.tingatinga.ch

Literatur

Goscinny, Yves: Tingatinga. The Popular Paintings from Tanzania (Kisw., engl.). (La Petite Galérie), Dar es Salaam o.J. [engl. /kisw.]
Goscinny, Yves: The Best of the New Tingatinga, the Popular Paintings from Tanzania (engl.). (La Petite Galérie) Dar es Salaam 2008
Hatz, Christine: Tingatinga. (Helvetas) Zürich 1996 [dt. /engl. /frz.]
Jaax-Zimmermann, Ingrid: "Die Maler von Msasani", in: Ausstellungskatalog IFA Galerie des Instituts für Auslandsbeziehungen, Bonn1987
Kutalek, Ruth: "Malerei aus Tansania. Ein Einblick in die Sammlung Ethnomedizin in Wien", in: Journal Ethnologie 2/2007 (http.//journal-ethnologie.inm.de)
Musée Historique de Saint-Gilles-les-Hauts/ Ile de Réunion : Tingatinga ou les Makua de la Modernité (Austellungskatalog) 1999 [engl. / frz. / kisw.]
Musée National des Arts d’Afrique et d’Océanie : Tingatinga. Peinture de Tanzanie (Cahiers de l’ADEIO 12), Paris 1992
Schädler, Karl-Ferdinand : Die Tingatinga-Schule. Tansanische Kunst aus der Rosenfeld-Sammlung (Panterra), München 1998
Ströter-Bender, Jutta: "Tingatinga - Werk und Wirkung der Quadratmalerei", in: Moderne Quadratmalerei aus Tansania (Ausstellungskatalog Kulturhistorisches Museum Merseburg Schloss) 1993, S. 6-14
Teisen, Meret: "Quadratmaler aus Tansania", in: Moderne Kunst aus Afrika. Horizonte 79, hsrg. von den Berliner Festspielen1979, S. 80-85